
Dun-sur-Meuse 1920
Ipoustéguy wird am 6. Januar 1920 als Jean Robert in Dun-sur-Meuse
geboren. In Paris lebend, geht er mit 18 Jahren in die Abendkurse von
Robert Lesbounit, in denen er sich in Malerei und Zeichenkunst schulen
lässt. In der Zeit des Krieges dient Ipoustéguy als Soldat,
anschließend versucht er fortan, seinen Lebensunterhalt als Maler zu
verdienen und kann im Jahr 1947 bis 1948 in Montrouge an der
Ausgestaltung der Kirche Saint-Jacques mitarbeiten. Sein Geburtsname
ist weit verbreitet und so nimmt Jean Robert den Namen seiner Mutter
als Künstlernamen: Ipoustéguy an. 1949 siedelt der Künstler nach
Choisy-le-Roi um, dort beginnt Ipoustéguy mit skulpturalen Arbeiten. Ab
1953 fertigt er nur noch Zeichnungen, Aquarelle, Skulpturen und der
Schriftstellerei, das Malen von Gemälden gibt er vollständig auf. Nach
seiner eher abstrakten Schaffensphase widmet sich Ipoustéguy dem
Figürlichen und rückt den Mensch ins Zentrum seiner Kunst.
Inspiriert vom Surrealismus sucht er neben sozialen Themen auch immer
wieder erotische Motive, mit dem Tod setzt er sich ebenso auseinander.
Auf der Biennale von Venedig im Jahr 1964 erhält er den Bright-Preis,
andere Auszeichnungen folgen. Noch im selben Jahr und 1977 ist der
Künstler auf der documenta in Kassel vertreten. 1967 fertigt Ipoustéguy
Skulpturen direkt in den Marmorbrüchen von Carrara. 1979 kann
Ipoustéguy seine größte Plastik vor dem Kongresszentrum in Berlin
umsetzen: "L'homme construit sa ville". Gerade monumentale Arbeiten von
ihm stoßen aber auch immer wieder auf den Widerstand religiöser und
politischer Gruppen. Trotzdem finden sie in einigen französischen
Botschaften Aufstellung. Ipoustéguy erhält 1977 den Großen
Nationalpreis für Kunst und 1984 wird er zum Ritter der Ehrenlegion
geschlagen. Einige Werke von Ipoustéguys können heute in seiner
Heimatstadt Dun bestaunt werden, seine Skulpturen findet man heute in
Museen in aller Welt. Ipoustéguy lebt, dichtet und arbeitet weiter als
Skulpteur in Choisy-le-Roi, Frankreich.